Beispiel

Wie genau kann man sich ein Treffen vorstellen?

Das Spannende ist, dass es keine Blaupause für jedes Modul gibt.
Die Gestaltung hängt vom Menschen ab, von der Wetterlage, vom Ort, vom konkreten Anliegen und der Art des Moduls. Es gibt kein 08/15-Programm, auch, wenn sich manche Übungen ähneln können.

Dennoch folgt hier das Beispiel für ein mögliches Treffen:

Stellen wir uns vor, dass ein Herr Müller mit Burnout-Symptomen zu kämpfen hat. Er will sich vom Sog des Burnouts nicht runterziehen lassen. Deshalb hat er nach einer Option gesucht, sein Leben neu zu sortieren.

Sein Anliegen hat er beim vorläufigen E-Mail-Austausch genannt.

Wir treffen uns in Spandau, in der Nähe vom Habichtsgrund. Da er aus dem Wedding kam, hat er bereits eine kleine Stadtreise hinter sich. Zuerst hat ihn das gestresst, doch die Fahrt zum Treffpunkt hat ihn mit einem schönen Ausblick auf die Felder in Gatow entlohnt. Langsam kommt eine kleine Hoffnung in ihm auf.

Wir stellen uns noch einmal vor. Es gibt ein Segensgebet vor dem Beginn des seelsorgerlichen Coachings. Dann gehen wir ein paar Schritte in den Wald. Er erzählt von dem, was ihm auf dem Herzen liegt. Nach einigen Minuten legen wir eine bewusste Stille ein. Wir atmen die Waldluft ein, schließen die Augen und hören auf die Naturgeräusche. Ohne, dass es ihm wirklich bewusst ist, atmet er gesunde Substanzen des Waldes ein, die sein Immunsystem stärken. Ich stelle ein paar Fragen und höre zu. Währenddessen leite ich ihn auf einen Feldweg. Das Reden in der Bewegung hilft ihm, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Nach dem Wald mit beschränkter Sicht sieht er plötzlich den Horizont. Es ist zu spüren, dass das etwas Heilsames mit ihm macht. Zuerst sah er den Wald vor lauter Bäumen nicht – jetzt tut sich unerwartet die Weite auf. Zugleich aber spürt er Blockaden, denn ein ungelöster Konflikt schlummert in ihm. Ihm wird eine Übung angeboten, mit der er seine Aggressionen deutlich machen kann.

Danach fühlt er sich schwach, aber irgendwie auch befreiter. Wir setzen uns. Es darf Ruhe sein. Nach einigen Momenten bitte ich ihn, mir etwas von seinen Sehnsüchten zu erzählen. Auch dazu soll eine Übung mit Naturmaterialien helfen. Es kommt ihm ein bisschen merkwürdig vor, dafür Äste und Blätter zu nehmen, doch nachdem er sich darauf eingelassen hat, versteht er den emotionalen Zugang dazu. Es macht ihm sogar Spaß.

Gatower Forst – Berlin

Schließlich laufen wir bis zur Havel. Das Gespräch und die Übungen haben bereits viel in ihm ausgelöst. Manche Schmerzen sind deutlich geworden, aber auch seine Wünsche wurden wieder lebendiger. Noch ist nicht alles geklärt, aber es ist ein Anfang gemacht und er fühlt sich befreiter. Der Blick auf die fließende Havel macht ihm seine Kraft wieder bewusst. Er merkt, dass er nicht einfach Opfer der Umstände ist, sondern die Macht hat, um sein Leben anders zu gestalten. Das gibt ihm Mut.

Bevor wir uns verabschieden, spreche ich ihm ein Segensgebet zu. Er atmet das erste Mal seit Wochen wieder erleichtert auf. Wir vereinbaren einen zweiten Termin und ich bringe ihn zur Bushaltestelle. Er hat einen ersten Schritt in ein neues Leben getan.

Wie erwähnt:
Jedes Modul sieht anders aus, denn jeder Mensch, jede Zeit und jeder Ort sind einzigartig. Während bei manchen viel mehr Stille relevant ist, ist es bei anderen das Reden. Andere brauchen viel Bewegung und laufen flott. Andere gehen sehr gemächlich und setzen sich oft hin. Einigen hat es einfach nur gut getan, sich mal alles von der Leber geredet zu haben. Mehr brauchen sie nicht. Andere suchen das Coaching, weil sie vor Herausforderungen stehen und Ziele erreichen wollen.

Klar ist dabei immer nur das:
Die Mixtur aus Naturkraft, dem seelsorgerlichen Coaching und der bewussten Spiritualität wirken in der Seele, dem Geist und im Körper wohltuend nach.